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Schule 2030 – wir laden ein zum NW-Bildungsdelphi

|14. Oktober 2020

Wie sieht die Schule von morgen aus? Wer sich Bücher und Aufsätze zu diesem Thema anschaut, stösst schnell auf eine grosse Zahl von verschiedenen Vorschlägen. Manche davon sind bewusst als Wunschbild formuliert, andere konzentrieren sich auf technische Neuerungen – und eine ganze Menge sind ziemlich altbacken, weil sie von Leuten stammen, die sich weder in der aktuellen Schulpraxis noch in der pädagogischen Literatur gut auskennen: Der vermeintlich neue Stein der Weisen kann sich dann bei genauem Hinsehen als alter Hut erweisen (Abschaffung von Noten! Abschaffung von Stundenplänen! Abschaffung von Jahrgangsklassen! Selbstbestimmtes Lernen!), dessen Geschichte sich nicht auf eine simple Formel bringen lässt und der sich deshalb nicht als Patentrezept eignet. Technische Neuerungen wie Smartphones haben zwar noch keine sehr lange Geschichte, es zeigt sich aber schon jetzt, dass es sich nicht um pädagogische Wunderwaffen handelt, weil neben nützlichen Funktionen (etwa beim Vokabeltraining) auch ein gigantisches Zerstreuungs- und Verdummungspotential besteht. Neben dem trügerischen «Computerzauber» beginnt auch der «Neuro-Zauber» ziemlich schnell zu verfliegen – nicht etwa, weil die Neurowissenschaften der Menschheit keine wertvollen Einsichten bieten könnten, wohl aber, weil diese Einsichten für die gesellschaftliche Organisation des Lernens oft ziemlich bedeutungslos sind: Mikrophysikalisches Wissen macht uns auf der Makroebene des Zirkusalltags nicht unbedingt zu besseren Akrobat*innen.

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